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Last Update:
24.11.2010


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Die Geschichte vom
Stadtverkehr Eckernförde

1928 entschloß sich Heinrich Bügler einen Omnibus-Reiseverkehr nach eigenen Ideen aufzubauen. Er beschaffte einen Dürkoop-Omnibus und gab seinem neuen Unternehmen den Namen „Großauto-Fernfahrten Hansa Kiel“. Bis 1939 wuchs der Fuhrpark auf vier Fahrzeuge, doch der zweite Weltkrieg beendete diese erfreuliche Entwicklung.

Als 1945 ein neuer Anfang gemacht werden konnte, war nur noch ein Omnibus übriggeblieben. Unter dem Kosenamen „Mathilde“ musste dieser Veteran zunächst für die Post, später auf Genehmigung der britischen Militärregierung eingesetzt werden. Es gelang jedoch bald aus ehemaligen Wehrmachtsbeständen weitere Omnibusse zu erwerben und trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Betrieb wieder aufzubauen.

Der entscheidende Schritt zur heutigen Situation wurde mit der Einrichtung eines Stadtverkehrs in Eckernförde am 1. Mai 1957 getan. Gegen erhebliche Widerstände, die anfangs nur einen schwach frequentierten Notverkehr erlaubten, gelang es, den Stadtverkehr zu einer festen Einrichtung zu machen, die längst nicht mehr aus Eckernförde wegzudenken ist. Getreu dem Kieler Vorbild kamen sehr bald auch Gelegenheits-, Ausflugs- und Reiseverkehr hinzu, wofür ebenfalls von Emmelmann karossierte Büssing Omnibusse angeschafft wurden; sie waren mit „Omnibus-Reisedienst Eckernförde“ beschriftet. 1958 konnten bereits drei Büssing TU 7/Emmelmann beschafft werden und es wurde am Rosseer Weg in Eckernförde ein Betriebshof mit 10 Abstellflächen errichtet.

Von 1964 bis 1969 war Eckernförde Ausgangspunkt für Ostseekreuzfahrten, die die Firma Bügler mit dem eigenen Motorschiff „Adriana“ durchführte. Entgültiger Betriebssitz wurde Eckernförde als 1969 der Sohn des Gründers, Heinz Bügler, den Betrieb übernahm und noch im gleichen Jahre ein weiteres Grundstück am Rosseer Weg erwarb. 1975/76 wurde hier ein zweiter Betriebshof errichtet.

Die seit den dreißiger Jahren geführte Firmenbezeichnung „Autobus-Fernfahrten Hansa Kiel“, die neben dem Firmennamen „Stadtverkehr Eckernförde“ immer noch bestand, erlosch 1972 mit der Abgabe der drei Kieler Omnibuslinien an die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH).

Der neue Chef holte mit Begeisterung sehr fortschrittliche Fahrzeuge in seinen Wagenpark, so kam schon 1969 der erste Standardbus, ein Büssing BS 110 V, nach Eckernförde. 1971 folgte ein für damalige Verhältnisse überaus komfortabler Büssing/Emmelmann BSE 120 GT (mit WC)

1973 kam mit einem MAN/Göppel SG 192 der erste Gelenkbus zum Unternehmen. Mit viel Engagement und großer Innovationsfreude betrieb Heinz Bügler auch die Weiterentwicklung seines Ausflugs- und Reiseverkehrs. Immer wieder beschaffte er hochmoderne, teilweise auch ungewöhnliche Fahrzeuge. So kaufte er einen Neoplan Doppeldecker N 426/3 für den kombinierten Reise- und Linienverkehr, einen dreiachsigen Supercityliner N 116/3 oder auch 1979 einen der ersten Neoplan Spaceliner.

Einen tiefen Einschnitt brachte dann das Jahr 1985, als Heinz Bügler starb. Die Geschäfte wurden seitdem von seiner Frau Renate geführt, die von der gemeinsame Tochter Kerstin unterstützte wurde.

Nach der letzten Fahrzeug-Neubeschaffungen von Heinz Bügler im Jahr 1984 wurden erst 1987 wieder neue Fahrzeuge bestellt. Es handelte sich um sieben Stadtbusse des Typs Mercedes-Benz O 305.Von einst 20 bestellten O 305er und einen O 305 G ist im Jahr 2004 nur noch RD-TX 249 übrig geblieben. Im Jahr 1988 wurde mit RD-RP 360 zum ersten mal ein Fahrzeug des Herstellers SETRA angeschafft. Es handelt sich um ein Kombifahrzeug des Typs S 215 RL.

1994 brachte der Stadtverkehr zum letzten mal einen eigenen Reisekatalog heraus. Im Sommer 1999 wurde der Duty-free-Verkauf von Alkohol- und Tabakprodukten auf Flug- und Schiffshäfen für Reisen innerhalb der EU abgeschafft (Butterfahrten). Damit endete für SE-Reisen auch der tägliche Verkehr von Eckernförde nach Kappeln und Sonderburg zu den „Butterschiffen“.

Die Tochter Kerstin heiratete Norbert Schröder und übernahm von Ihrer Mutter den Eckernförder Betrieb. Ihr Mann Norbert übernahm 1998 von seinem Vater Helmut den Betrieb von Schröder-Touristik. Im Jahr 2000 gab es noch mal einen gemeinsamen Katalog von Schröder Touristik aus Dahme/Ostholstein und Stadtverkehr Eckernförde.

2001 wurde der letzte vorhandene Reisebus an Schröder Touristik abgegeben, die seit dem für den Reiseverkehr zuständig sind. Der Stadtverkehr Eckernförde hat seit dem nur noch Linien- und Kombifahrzeuge die im Stadt-, Überland- und Gelegenheitsverkehr eingesetzt werden.

Im Jahr 2002 kamen mit RD-SE 145 (S 315 UL) und RD-SE 328 (S 317 UL) die ersten SETRA der 300er Serie zum Unternehmen. Ein damaliger Exot kam 2004 in den Fuhrpark. RD-SE 528 war einer der ersten TEMSA Safari in Deutschland.

2006 trennten sich Kerstin Bügler und Norbert Schröder und damit endete auch die Zusammenarbeit mit dem inzwischen nicht mehr existenten Unternehmen Schröder Touristik.

Seit 2007 fährt SE-Reisen auch Flughafenzubringer nach Hamburg sowie Lübeck und haben sich dafür nach 21 Jahren mit RD-SE 345 (MB Vito) wieder einen Kleinbus ins Unternehmen geholt.

Text: Christof Ziebarth
Quellen: u.a. Omnibus Magazin 10 und Omnibusspiegel 941